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Jobcenter: Die Ziele des neuen Chefs

Mindestens 1200 Personen sollen vermittelt werden

Foto mit Begleittext

 
Bild: Michael Westerfeld und Stefan Leyk.
Die Schwerpunktedes Jobcenters Plön stellten Geschäftsführer Michael Westerfeld (links) und Stefan Leyk vor.
Foto: Röhlk, SHZ 

Michael Westerfeld ist seit 1. November 2016 neuer Geschäftsführer des Jobcenters Kreis Plön. Mit dem Vorsitzenden der Trägerversammlung, Stefan Leyk, und den Jobcenter-Mitarbeitern Dr. Stefan Meißner und Andreas Schink gab der 55-jährige Nachfolger von Gerhard Kerssen einen Ausblick auf Schwerpunktthemen in 2017. Dazu zählen die berufliche Integration von Flüchtlingen und die Einführung der elektronischen Leistungsakte.

Westerfeld stammt aus Hagen/Westfalen und studierte an der FH des Bundes in Mannheim. Ab 1984 war der Vater von drei Kindern Arbeitsvermittler und Berater in der Agentur für Arbeit Hamburg, bis 2005 in leitender Funktion. Vor dem Wechsel war er Bereichsleiter und stellvertretender Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Elmshorn.

Im Kreis Plön ist die Arbeitslosenquote vergleichsweise gering, dafür gibt es mehr verfestigte Arbeitslosenbiografien und weniger Jobangebote, zieht er eine erste Bilanz nach 150 Tagen. Im Februar 2017 verzeichnete die Behörde 2.071 Arbeitslose nach SGB II (Hartz IV), davon 1.036 Langzeitarbeitslose, 161 unter 25-Jährige und 763 zwischen 50 und 65 Jahren. Durch Flüchtlinge stieg die Zahl der Bedarfsgemeinschaften (Familien) mit insgesamt 7.528 Personen bis November 2016 um 221 auf 3.945.

Bis Ende 2017 rechnet Westerfeld mit 1200 Flüchtlingen im Kreis Plön. Im März waren 864 registriert, 181 von ihnen haben Integrationskurse abgeschlossen und sind arbeitslos gemeldet, 340 absolvieren zur Zeit Integrationskurse. 324 sind unter 25 Jahre alt, 449 zwischen 25 und 45 Jahre. 605 stammen aus Syrien. Im Schnitt dauere es fünf Jahre, einen Flüchtling in ein Ausbildungsverhältnis zu integrieren, da er in der Lage sein müsse, dem Berufsschulunterricht zu folgen und die Prüfung zu bestehen. Auch sei der Zuwachs noch nicht abgeschlossen, da Flüchtlinge nicht von Beginn an Kunden des Jobcenters seien, sondern erst nach Anerkennung. Das ist eine Bugwelle und Mammutaufgabe, die uns über Jahre beschäftigen wird, sagte Leyk.

Nach Praktika und Qualifizierungsmaßnahmen gelinge bei 48 Prozent der übergang in Arbeitsverhältnisse. 320 Plätze in Qualifizierungsmaßnahmen stehen im laufenden Jahr kreisweit zur Verfügung, aktuell besetzt sind 146.

Als Gesamtbudget für Verwaltung und Eingliederungshilfen stünden dem Jobcenter zusätzlich für Flüchtlingsintegration rund 12,35 Millionen Euro zur Verfügung. Wir wollen es schaffen, 2017 mindestens 1.200 deutsche Arbeitslose einzugliedern sowie 104 Menschen mit einer Flüchtlings- und Asylbiografie, kündigte Westerfeld an. Dringend gesucht würden Praktikumsplätze für Flüchtlinge und Langzeitarbeitslose, Ausbildungsplätze und Arbeitsplätze für Menschen mit und ohne Migrationshintergrund. Für Arbeitgeber wurde eigens eine Telefonnummer eingerichtet, unter der sie die Geschäftsleitung des Jobcenters montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr direkt erreichen können: Tel. 04522/7646178. Außerdem kündigten Westerfeld und Meißner an, dass zum 23. Oktober 2017 die elektronische Leistungsakte im Kreis Plön eingeführt werde. Ostholstein, Neumünster, Segeberg und Stormarn hätten bereits umgestellt. Das wird uns flexibler machen, hieß es mit Blick auf Milliarden Blatt Papier, volle Aktenschränke, Archive, Bürokratieabbau, Umweltschutz und Zusammenarbeit mit Gerichten sowie Bildungs- und Reha-Trägern.

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