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Jobcenter ist ein Erfolgsmodell

Seit zehn Jahren arbeiten Kreis und Arbeitsverwaltung bei der Sozial- und Arbeitslosenhilfe gemeinsam unter einem Dach. Das damalige Ziel gilt bis heute: Hilfe, Beratung und Vermittlung aus einer Hand. Entstanden war daraus die Arge, die später zum Jobcenter umbenannt wurde. Das Fazit: es hat besser geklappt als erwartet, auch wenn nun Abstriche gemacht werden müssen.

Meine Bilanz für den Kreis Plön fällt positiv aus, sagte der Leiter der Kieler Arbeitsagentur, Dr. Wolf-Dieter Schmidtke-Glamann. Wurden 2005 durchschnittlich 3000 arbeitslose Menschen gezählt, sind es aktuell 2200 - ein Rückgang von 27 Prozent. Das Ergebnis ist ein Verdienst der Arbeit des Jobcenters Plön.

Foto mit Begleittext

 
Bild: Gruppenbild.
Blickten auf zehn Jahre Zusammenarbeit: (von links) Dr. Wolf-Dieter Schmidtke-Glamann,
Landrätin Stephanie Ladwig, Jobcenter-Leiter Gerhard Kerssen und Stefan Leyk vom Träger.
Foto: Wilhelmy, SHZ 

Kernsatz aller Bemühungen war von Anfang an die Auffassung, dass jeder Mensch gebraucht wird, dass man Zutrauen in seine Fähigkeiten haben muss und nicht mehr nur Stütze zahlen will. Nicht alle Hoffnungen und Erwartungen haben sich erfüllt, aber der Weg war und ist trotzdem richtig, so Schmidtke-Glamann.

Das Jobcenter sei heute die größte Sozialbehörde im Kreis und ein Erfolgsmodell. Durch gute Beratung, Schulung und Vermittlung seien immerhin rund 17 500 Menschen wieder in den Arbeitsmarkt integriert worden. Einen Selbstgänger indes sieht Stefan Leyk, Vorsitzender der Trägerversammlung, nicht: Große Sorgen bereiten mir die sich von Jahr zu Jahr verringernden finanziellen Bundeszuschüsse an das Jobcenter. Das Geld fehle bei der Eingliederung Hilfebedürftiger. Das treffe die Langzeitarbeitslosen.

Dass dies so ist, belegt auch der Leiter des Jobcenters, Gerhard Kerssen, mit Zahlen. 2006 gab es noch 5062 Bedarfsgemeinschaften, heute sind es 3664 - ein Rückgang um immerhin 22,5 Prozent. Da hat uns auch der Arbeitsmarkt geholfen, weiß Fachmann Kerssen. Waren seinerzeit an sich 6972 Arbeitsfähige ohne Job, sind es heute noch 4920 Personen. Auch die Zahl der Arbeitslosen ist von 3291 auf 2237 gesunken.

40000 Menschen kamen seit 2005 in den Genuss einer Förderung durch das Jobcenter. Das können Bewerbungs- und Reisekosten sein, Trainingsmaßnahmen, Mobilitätshilfen bis zu einem Bildungsgutschein für eine Fortbildung. Hier machen sich auch die Kürzungen des Bundes besonders bemerkbar. Durchschnittlich haben wir 12 bis 15 Maßnahmen ständig laufen, sagte Kerssen. Die Teilnehmerzahl habe sich allerdings wegen fehlender Mittel halbiert.

Sorgen bereiten den Verantwortlichen eine - wenn auch kleine - Zahl von Jugendlichen, die man nicht erreichen könne. Weder durch Überredung, noch durch Druck wie die Kürzung finanzieller Mittel noch irgendwie anders. Die stören auch Sanktionen nicht, so Kerssen. 50 Prozent hätten keinen Berufsabschluss, viele steckten in der Schuldenfalle. Die Arbeitgeber seien deshalb mehr als zurückhaltend bei ihren Einstellungen.

Gestiegen ist nach der Kürzung der Bundesmittel der Anteil der Hartz IV-Empfänger um 5,6 Prozent. Die Stärke des Kreises sei vor allem der Mittelstand mit bis zu zehn Mitarbeitern, die 86 Prozent aller Betriebe im Kreis ausmachten. Sie sind diejenigen, die sich um ihre Angestellten kümmerten und sehr lange zögerten, bevor sie entlassen. Schmidtke-Glamann: Als Folge hatten wir im November und Dezember den niedrigsten Stand der Arbeitslosigkeit seit 1993.

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