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Langzeitarbeitslosigkeit trifft in einer Familie immer alle

Plön. Langzeitarbeitslosigkeit trifft in einer Familie immer alle. Neben einer gesellschaftlichen Isolation jedes einzelnen Familienmitglieds lernen Kinder und Jugendliche zugleich Perspektivlosigkeit kennen. Mit einem neuen Projekt wollen das Jobcenter Kreis Plön und das Osterberg-Institut aus Niederkleevez betroffenen Familien und Alleinerziehenden die Möglichkeit geben, Selbstbewusstsein für die Zukunft zu tanken.

Foto mit Begleittext

 
Bild: Foto Andreas Kay, Bianca Harz, Jürgen Meereis und Gerhard Kerssen
Gehen neue Wege (von links):
Andreas Kay, Bianca Harz, Jürgen Meereis und Gerhard Kerssen.
Foto: Ahrens, SHZ 

Vom 23. bis 29. April wird ein einwöchiges Seminar für die ganze Familie im Jugendhof Scheerberg bei Flensburg inklusive An- und Abfahrt angeboten. Ziel ist es, alle Familienmitglieder gleichermaßen für die Zukunft zu stärken. In dem Seminar können die Erwachsenen lernen die eigenen stärken neu zu entdecken, Handlungspläne zu entwickeln und konkrete Anstrengungen für Bewerbungen und wichtige Alltagsthemen zu erarbeiten, um die Zukunft in die eigenen Hände zu nehmen.

Danach werden die Teilnehmer bei regelmäßigen Treffen ein Jahr lang nachbetreut. So würden die Familien im gegenseitigen Austausch von den Erfahrungen der anderen lernen und Zuversicht für die Zukunft erhalten, erläuterte Bianca Harz, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt. Um Wege aus der Arbeitslosigkeit zu finden und damit wieder eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben möglich wird, werden Institutionen wie Schulen, Kitas und Kirchengemeinden einbezogen. So könnte beispielsweise ein Kitaplatz Freiräume für die arbeitslosen Elternteile bei einer Jobsuche schaffen. Und zur Stärkung des Selbstvertrauens der Kinder und Jugendlichen könnten Aktivitäten in Vereinen oder Berufspraktika hilfreiche Unterstützung sein.

Das Besondere an diesem Projekt ist es, dass die Sicht jetzt ganzheitlich auf die Familie geht. Bisher galt dieser nur der arbeitslosen Person, betonte Andreas Kay, Teamleiter der Geschäftsstellen Preetz und Lütjenburg. In einem ähnlich strukturierten Seminar vor vier Jahren habe das Osterberg-Institut positive Erfahrungen gemacht, sagte Institutsleiter Jürgen Meereis.

Das Konzept mit dem Ziel durch Selbstvertrauen Zukunftsfähigkeit aufzubauen ist ganz neu und experimentell, sagte Gerhard Kerssen, Geschäftsführer vom Jobcenter Kreis Plön. Seine Hoffnung liege darin, dass die Jobcenter-Kunden durch die Ganzheitlichkeit neue Zukunftswege erkunden könnten. Zurzeit seien im Kreis Plön 1.712 Familien mit 1.856 Kindern und Jugendlichen im Alter von unter 16 Jahren von Arbeitslosigkeit betroffen. Bei einer erlernten Perspektivlosigkeit würden diese jungen Menschen für den Arbeitsmarkt verloren sein, so Kerssen.

Interessierte Familien aus dem Kreis Plön sind aufgerufen sich ab sofort bei ihren Jobcentern, Ansprechpartner persönlich, telefonisch oder per E-Mail um die Seminarteilnahme formlos zu bewerben. Die Teilnahme ist auf 15 Familien limitiert. Wer diesmal nicht ausgewählt wird, hat die Chance bei einem zweiten Seminar im Herbst auf die Warteliste zu kommen.

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