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22 Ein-Euro-Jobs werden gestrichen

Der Grund dafür sind Mittelkürzungen des Bundes und steigende Verwaltungskosten beim Jobcenter Kreis Plön.

Beim Diakonischen Werk in Preetz werden zum Ende des Jahres 22 Ein-Euro-Jobs ersatzlos gestrichen. Der Hintergrund sind Mittelkürzungen des Bundes und steigende Verwaltungskosten beim Jobcenter Kreis Plön (der OHA berichtete), die die sogenannten Arbeitsgelegenheiten (AGH)-Maßnahme bisher unter der Trägerschaft der Diakonie finanzierte.

Es bleiben die letzten der Kette auf der Strecke, schüttelte Petra Rink, pädagogische Leiterin, den Kopf. In dieser Woche habe sie die betroffenen Mitarbeiter, die bei der Diakonie unter anderem in der Senioren- und Freizeitbetreuung, dem Möbellager und Sozial-Cafe tätig waren, über das endgültige Aus informiert.

Foto mit Begleittext

 
Bild von links: Gerhard Kerssen, Matthias Petersen, Michael Steenbuck und Petra Rink
Fordern eine Revidierung der politischen Entscheidung (von links):
Gerhard Kerssen, Matthias Petersen, Michael Steenbuck und Petra Rink.
Foto: Ahrens, SHZ 

Einige wurden richtig agressiv, andere zeigten eine große Enttäuschung, so Petra Rink weiter. Die AGH-Maßnahme sei für die hilfsbedürftigen Langzeitarbeitslosen mit Eingliederungshemmnissen in den vergangenen Jahren ein stärkendes Instrument gewesen. Neben der Stärkung des Selbstvertrauens und der Übernahme von Eigenverantwortung seien die Ein-Euro-Jobber zum Vorbild für ihre Kinder geworden, weil sie einen normalen Arbeitsalltag vorleben konnten. Die Eingliederungsquoten am ersten Arbeitsmarkt von bis zu 25 Prozent hätten den Erfolg bewiesen.

Hier wird ganz bewusst eine Personengruppe vom allgemeinen Leben abgeschnitten, steht für Geschäftsführer Michael Steenbuck fest. Der von der Kreispolitik Anfang November getroffene Beschluss, künftig in vier statt einen Zentralstandort des Jobcenters in Plön zu erhalten, sei für den Geschäftsführer des Diakonischen Werks eine absolute Fehlentscheidung, die schnellstens korrigiert werden muss.

Gerhard Kerssen, Geschäftsführer vom Jobcenter Kreis Plön, sagte dazu: Ich halte den Tag der politischen Entscheidung für einen schwarzen Tag für alle Arbeitslosen im Kreis Plön. Die erste Folge daraus sei der Insolvenz-Antrag der Werkstatt für Arbeit, Landschaft und Kultur, kurz Walk e.V. in Dannau gewesen.

Kreisweit gibt es insgesamt 5000 Langzeitarbeitslose, die Hälfte von ihnen haben Qualifizierungsmängel und bedürften einer besonderen Unterstützung, um im Berufsleben Fuß fassen zu können, sagte Kerssen. Von den 2013 rund 120 AGH-Plätzen im Kreis würden letztendlich 20 übrig bleiben. Der Bedarf liegt mittlerweile hingegen bei etwa 500, wenn nicht sogar noch mehr.

Mein Wunsch ist es, neben dem Revidieren der politischen Fehlentscheidung, dass wohlhabende Mitbürger eine Stiftung mit dem Zweck gründen, diesen Menschen dauerhaft Unterstützung zukommen zu lassen, verlieh Matthias Petersen, Propst im Kirchenkreis Plön-Segeberg, seine Hoffnung zur Verbesserung der Situation Ausdruck.

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