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Jobcenter-Standorte auf dem Prüfstand

Der Geschäftsführer des Jobcenters Kreis Plön, Gerhard Kerssen, hat scharf kalkuliert. Wenn es nach ihm gehe, würden von den vier Jobcenter-Standorten im Kreis künftig drei ge­schlossen und nur der Stand­ort Plön übrig bleiben. In der Kreis­ver­waltung wurde unterdessen eine Be­schluss­vorlage entwickelt, die auf das Aus allein für die Geschäfts­stelle in Preetz hinaus­läuft. Heikendorf und Lütjenburg könnten weiter existieren.

Plön/Preetz. Den Überlegungen einer kreisweiten Struktur­änderung der Ein­richtung liegt ein Diskussions­papier zugrunde, das Kerssen eingebracht hat. Darin schildert er, dass das Job­center Kreis Plön für Verwaltungs­auf­gaben mit fixen Kosten zum Bei­spiel für Mieten und Gehälter zunehmend weniger Geld zur Verfügung hat. Diese fehlenden Mittel müssten zudem dem Topf ent­nommen werden, der eigentlich für arbeits­markt­politische Maßnahmen vorgesehen ist.

Foto mit Begleittext

 
Bild von links: Die Preetzer Geschäftsstelle des Jobcenters Kreis Plön könnte im Zuge einer Strukturänderung als Erstes aufgegeben werden.
Die Preetzer Geschäfts­stelle des Jobcenters Kreis Plön
könnte im Zuge einer Struktur­änderung als Erstes aufgegeben werden.
Foto: Jacobs/jac, KN
 

Das Kuriose dabei ist, dass wir ein erfolgreiches Jobcenter sind - und daher weniger Gelder zugeteilt be­kommen beziehungs­weise noch Mittel ab­geben müssen. Hin­zu kommt, dass Dienst­leistungen, die ein­gekauft werden - wie zum Bei­spiel der psycho­logische Dienst, die Haus­verwaltung und die EDV - von Jahr zu Jahr teurer werden, er­klärte Kerssen auf Nach­frage von KN-online.

Sein Vorschlag sei es daher, die Standorte Preetz, Lütjenburg und Heikendorf zu schließen. Das würde ein Ein­spar­potenzial von rund 640000 Euro ins­gesamt und davon rund 90000 Euro für den Kreis ergeben, der mit 15,2 Prozent an den Ver­waltungs­kosten be­teiligt sei. Die Aus­wirkungen auf die Kunden be­zeichnete er als gering. Die Zeit haben sie ja, und die Reise­kosten erstatten wir, sagte er. Zudem würden bereits jetzt Empfänger von Arbeits­losengeld I sowie über 50-Jährige nur in Plön betreut.

Der Kreis Plön, der gemeinsam mit der Agentur für Arbeit Kiel das Jobcenter trägt, folgt diesem Vor­schlag nach dem Stand der Dinge nicht. Die Ver­waltung hat für die nächste Sitzung des Kreis-Sozial­ausschusses am 23. Oktober einen Beschluss­vor­schlag for­muliert, wonach nur der Stand­ort Preetz auf­gegeben werden soll. Die Geschäfts­stelle in der größten Stadt des Kreises würde zwar mit 810 die höchste Zahl zu aktivierender Kunden vorweisen, das seien aber weniger als in Lütjenburg und Heikendorf zusammen (1010 Kunden). Das Ein­spar­potenzial für Preetz allein liege aller­dings nur bei 301000 Euro.

Für Kerssen sei das so oder so nicht genug: Dieses Geld ist durch zweiprozentige Tarif­erhöhungen, die mit 120000 Euro zu Buche schlagen, relativ schnell wieder auf­ge­braucht. Ich plä­diere daher für eine Zäsur jetzt, sonst geht die Dis­kussion in zwei Jahren von vorne los, erklärte er.

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