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Goldene Zeiten für alle Betriebe

Jobcenter Plön startet heute neues Projekt zur Deckung des Fachkräfte-Bedarfs - Ausbildung im Fokus

Plön. Jeder Ausbildungswillige und -fähige bekommt im Kreis Plön seine Chance. Dafür sorgt das Jobcenter mit seinem neuen Projekt Fachkräfte? Ja, bitte!, für das gestern Schirmherrin Landrätin Stephanie Ladwig, Kreishandwerksmeister Ulrich Mietschke und Jobcenter-Geschäftsführer Gerhard Kerssen gemeinsam den Startschuss gaben.

Aufgrund des demografischen Wandels wird das Angebot an Beschäftigten in den Betrieben ab 2015 bis 2025 um 4 auf noch 41 Millionen Menschen sinken. Hinzu kommen geburtenstarke Jahrgänge, die in den Ruhestand treten. Deshalb ist eine Sicherung der Fachkräfte und damit auch des Know-how's notwendig, sagte Gerhard Kerssen vor Journalisten. Betriebe müssten wettbewerbsfähig gehalten werden. Kerssen: Es wird ein harter Wettbewerb um die besten Köpfe eintreten.

Dem erwarteten Fachkräftemangel will das Jobcenter mit dem neuen Projekt Rechnung tragen und seine Kunden fördern: das sind ältere Arbeitnehmer, Alleinerziehende, Arbeitslose sowie Jugendliche, die einen schlechten Schulabschluss haben. Bei dieser Auswahl erwarten die Fachleute Goldene Zeiten für die Betriebe.

Foto mit Begleittext

 
Bild mit Herrn Lange, Herrn Kerssen, Frau Ladwig und Herrn Miethscke, die ein Aktionsplakat zeigen
Gaben gestern in Plön den Startschuss für ein Fachkräfte-Projekt:
(von links) Sven Lange vom Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur Kiel,
Gerhard Kerssen, Landrätin Stephanie Ladwig und Ulrich Mietschke
Foto: Michael Kuhr, SHZ
 

Viele Betriebe finden keine Mitarbeiter oder Auszubildende mehr, sagte Gerhard Kerssen. Ein Betrieb aus der Elektrobranche habe bereits Aufträge ablehnen müssen, weil er nicht genügend Mitarbeiter bekommt. Das neue Fachkräfte-Projekt des Jobcenters sei ein Gewinn für die Fachkräftesicherung der Betriebe aber auch die Menschen. Sie erhalten neue Berufs- und damit auch Lebensperspektiven.

Zur Finanzierung hat Gerhard Kerssen als Kenner vieler Fördertöpfe ein Sonderprogramm des Bundes ausgemacht. Es spült dafür rund eine Million Euro pro Jahr in das Jobcenter und damit auch in den Kreis Plön. Nach den jetzt beginnenden Vorarbeiten, so Kerssen, soll am 1. April ein eigenes Vermittlungsteam mit neun Mitarbeitern aufgestellt werden.

Landrätin und Schirmherrin Stephanie Ladwig sprach von einem wichtigen Zukunftsthema: Ein zukunftsfähiger Kreis funktioniert nur mit wettbewerbsfähigen Betrieben. Und gut ausgebildete Fachkräfte machten sich interessant für die Unternehmen. Ulrich Mietschke sprach von derzeit rund 50 freien Ausbildungsplätzen in den Betrieben der Kreishandwerkerschaft Ostholstein-Plön: Wenn Betriebe Zukunft haben wollen, dann müssen sie ausbilden. Davon allerdings müssten immer noch ein Drittel aller Betriebe überzeugt werden.

Vor allen Dingen in den Berufen der Altenpflege und in der Gastronomie gibt es Nachholbedarf. Aber auch im Handwerk bei den Elektroberufen sowie im Baubereich bei Zimmerleuten und Dachdeckern gibt es für Fachkräfte viele Möglichkeiten. Problem, so Gerhard Kerssen, ist allerdings, dass viele Fachkräfte in den Süden abwandern, weil sie dort einfach mehr Geld verdienen können. Viele wechselten aber auch von kleinen zu großen Arbeitgebern, weil die mehr zu bieten hätten.

Kerssen empfahl, dass sich die Betriebe an Fahrkosten für die Auszubildenden beteiligten. Geeignete Mitarbeiter zu finden sei nicht ganz einfach. Die Klienten müssten auch Lust haben. Bis zum nächsten Einstellungsdatum könnten sie Praktika in den Betrieben machen oder Hersteller-Seminare besuchen.

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