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Jobcenter setzt digitale Bildungskarte ein

Wie der "Probsteier Herold" bereits berichtete, hat das Bildungs- und Teilhabepaket (BUT), das Kindern und jungen Erwachsenen bedürftiger Familien den Zugang zum sozialen und kulturellen Leben in der Gemeinschaft ermöglichen soll und das seit Jahresbeginn in Kraft ist, noch nicht die Akzeptanz gefunden, die sich die Bundesregierung wünscht. Laut Angaben des Jobcenters Kreis Plön wurden dort von rund 2.500 Berechtigten bisher nur etwa 500 bis 600 erreicht. Ein Grund dafür sind sicherlich die bürokratischen Hürden und auch eine gewisse Stigmatisierung, der sich Kinder und Jugendliche bisher bei der Inanspruchnahme der Leistungen ausgesetzt sahen. Das soll sich jetzt ändern.

Foto mit Begleittext

 
Bild einer Bildungskarte
Diese digitale Bildungskarte in Form und Größe einer EC-Karte wird Kindern und Jugendlichen künftig den Zugang zum sozialen und kulturellen Leben in der Gemeinschaft ermöglichen.
Foto: Butzke
 

Als erstes Jobcenter in Deutschland führt das Jobcenter Kreis Plön gemeinsam mit dem Jobcenter Neumünster und der Stadt Neumünster die "digitale Bildungskarte" in Form und Aussehen einer EC-Karte ein, die auf ein Online-Dokumentations- und Abrechnungssystem zugreift, welches speist und umgekehrt auch von dort aufgeladen werden kann. "Durch die Einführung dieser Bildungskarte reduzieren wir den bürokratischen Aufwand für alle Beteiligten auf ein Minimum", freute sich Gerhard Kerssen, Geschäftsführer des Jobcenters Kreis Plön, am Mittwoch bei der Vorstellung.

Das Jobcenter Neumünster und die Stadt Neumünster (hier für leistungsberechtigte Kinder der Kommune zum Beispiel im Wohngeldbezug) wollen die Bildungskarte ab Dezember 2011, beziehungsweise im ersten Quartal 2012, ausgeben. Auch das Jobcenter Kreis Plön möchte so schnell wie möglich mit dem neuen digitalen Abrechnungssystem starten, wird aber erst noch Informationsveranstaltungen bei den Trägern wie Vereinen, Verbänden, Schulen, Kindergärten und auch Nachhilfelehrern durchführen und das Einverständnis der Gemeinden im Kreis Plön einholen.

Durch die Nutzung eines identischen Abrechnungssystems in zwei benachbarten Jobcentern sei es künftig möglich, Angebote auch "grenzüberschreitend" problemloser in Anspruch zu nehmen, betonte Gerhard Kerssen. Zwischen Kiel und dem Kreis Plön ist diese Kooperation allerdings noch nicht möglich. Leistungsberechtigte aus Kiel müssen weiterhin den recht umständlichen bürokratischen Weg nehmen, wenn sie in einer Einrichtung des Kreises Plön Leistungen in Anspruch nehmen wollen.

Entwickelt wurde die digitale Bildungskarte von der Firma "Sodexo" in Frankfurt am Main, die in der Entwicklungsphase auch Kinder an dem Projekt beteiligten, um deren Meinung einzuholen. Zumindest dort hieß deren Kommentar: "Cool!"

Verfasserin: Gabriele Butzke

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