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Zettelwirtschaft hat ein Ende

Kreis Plön - Als erste Jobcenter in Deutschland führen Plön und Neumünster eine elektronische Bildungskarte ein, mit der Hartz-IV-Familien mit Kindern ihre Ansprüche aus dem Bildungs- und Teilhabepaket einfacher abrechnen können. Die Zettelwirtschaft mit den Gutscheinen findet ein Ende und wird ab dem 1. Dezember stufenweise durch ein Online-Verfahren ersetzt, verkündeten gestern der Leiter des Jobcenters Plön, Gerhard Kerssen, und der stellvertretende Leiter der Einrichtung in Neumünster, Torsten Hippe.

Foto mit Begleittext

 
Bild von einer Bildungskarte
Die neue Bildungskarte für Hartz-IV-Familien mit Kindern:
Die Abrechnung von Sonderleistungen für Schulausflüge, Nachhilfe
oder Mitgliedsbeiträge von Vereinen soll damit einfacher werden.
Foto: H.-J. Schekahn, KN
 

Insgesamt 10 000 Kinder in Neumünster und dem Kreis Plön könnten Leistungen aus der Sonderförderung in Anspruch nehmen. Beispielsweise werden die Kosten für Klassenfahrten, für Nachhilfestunden oder für Mitgliedsbeiträge von Sportvereinen daraus bezahlt. Das bisherige Abrechnungsverfahren mit Gutscheinen stand in der Kritik, berichtete Hippe. Die Anbieter beklagten zu einen den bürokratischen Aufwand. Die Kinder und ihre Eltern fühlten sich hingegen stigmatisiert, weil der Gutschein in der Hand den anderen signalisierte: Hier kommt einer aus armen Verhältnissen.

Damit soll Schluss sein. Zukünftig erhält jede bedürftige Familie eine Bildungskarte. Mit dem Code darauf kann auf einer speziellen Internetseite die Überweisung an den Sportverein oder die Nachhilfelehrerin online angewiesen werden. Zuvor haben die Jobcenter alle etwa 480 Anbieter im Kreis und der Stadt Neumünster in ihrer Datei erfasst. Eine Überweisung an andere Stellen oder auf das Privatkonto ist daher nicht möglich.

In Neumünster gibt es bislang 5500 Kinder, die Leistungen aus dem Teilhabepaket beziehen dürften. 3000 davon tun dies schon. Im Kreis Plön sieht die Quote schlechter aus. Von den 2500 Kindern, die beim Jobcenter registriert sind, haben bislang nur knapp 600 die ihnen zustehende Unterstützung abgerufen. Gerhard Kerssen erklärt sich die bislang zurückhaltende Nachfrage mit den Unterschieden zwischen Stadt und Land.

Die Bildungskarte in Neumünster wird gleichzeitig für Familien eingeführt, die vom Jobcenter oder vom Sozialamt der Stadt betreut werden. Die Ausgabestelle wird zentral für alle beim Jobcenter angesiedelt. Im Kreis Plön führt nur das Jobcenter diese Regelung ein. Für rund 2500 Kinder, die mit kommunalen Sozialämtern zu tun haben, gilt weiterhin die Gutschein-Regelung.

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