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Das Jobcenter hat ehrgeizige Ziele im Auge

Ehrgeizige Ziele hat das Bundesarbeitsministerium formuliert, die vom Jobcenter auch im Kreis Plön erreicht werden sollen.

Eckdaten sind: 6,5 Prozent weniger Geld für passive Leistungen, 4,5 Prozent mehr Vermittlungen in den Arbeitsmarkt und ein Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit um 5,8 Prozent. Das nennt der Geschäftsführer des Jobcenters, Gerhard Kerssen, erhebliche Herausforderungen, wie er gestern sagte.

Die Ausgangslage im Kreis Plön stellte Gerhard Kerssen anhand eines umfangreichen Papiers dar. Unser Problem ist, dass wir es mit Menschen mit ganz unterschiedlichen, oft komplexen Profillagen zu tun haben. Von gut 6 000 Kunden sei etwa die Hälfte integriert, aber noch hilfebedürftig oder marktnah. Die andere Hälfte erfordere aufgrund der schwierigen persönlichen Ausgangslage länger als zwölf Monate Unterstützung und Hilfen.

Die Chancen, diese Menschen im Arbeitsmarkt unterzubringen, würden also bestenfalls unter ganz langfristigen Perspektiven gesehen. Die Finanzen des Jobcenters setzten sich für 2011 aus 9,765 Millionen Euro Bundesmitteln und 954 000 Euro kommunaler Finanzmittel des Kreises zusammen. Insgesamt stünden 10,714 Millionen Euro zur Verfügung, 2010 seien es noch 13,9 Millionen gewesen. Diese Entwicklung werde sich, ist Gerhard Kerssen sicher, auch 1012 fortsetzen, die Finanzbasis des Jobcenters als immer schmäler. Diese Herausforderung gehe zwar mit einer konjunkturellen Erholung einher. Die falle aber im strukturschwachen Kreis Plön mit einem Dienstleistungsanteil von knapp 80 Prozent nicht so stark aus.

Foto mit Begleittext

 
Bild mit Gerhard Kerssen und Stefan Leyk
Die Zielvereinbarung für das Jobcenter unterzeichneten Gerhard Kerssen (links) und Stefan Leyk.
Foto: Karl Hesse, SHZ
 

Wir werden bei den Lehrstellen schon nicht mehr jede angebotene Lehrstelle besetzen können, beschrieb Gerhard Kerssen den Wandel auf dem Arbeitsmarkt. Zudem sei absehbar, dass Fachkräfte bis hin zu Ingenieuren Mangelware werden. Daher müsse mit Handwerk und IHK darüber nachgedacht werden, ob es auch reine Praktiker-Berufsgänge geben könne. Wer einen Drehmomentschlüssel bedienen kann, muss nicht unbedingt ein Drehmoment berechnen können.

Die Mitarbeiter des Jobcenters seien nicht auf eine herkömmliche Zielgruppen einteilungen fixiert, sondern versuchten, die individuellen Problemlagen zu berücksichtigen und gemeinsam mit den Kunden eine Vermittlungs- und Integrationsfähigkeit zu erreichen. Im Kreis Plön muss auch die ÖPNV-Situation berücksichtigt werden, gab Kerssen zu bedenken. Eine Arbeitsstelle müsse auch erreichbar sein.

Bei allem Kostendruck stehe für das Team des Jobcenters immer noch der Mensch im Mittelpunkt: Es gibt Maßnahmen, die werden nicht in den Arbeitsmarkt münden, sie sind aber für die Menschen und ihre Würde wichtig.

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