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Die Krise ist überwunden

"Es ist so wie es ist", heißt es in einer Comedy-Serie im Rundfunk. Und so ist es auch im neuen Jobcenter, der ehemaligen Arge im Kreis Plön: Trotz bester Zahlen im gesamten Kieler Bezirk und trotz erfolgreicher Arbeit muss das Jobcenter in Plön mit Geschäftsführer Gerhard Kerssen in diesem Jahr vermutlich mit 3,7 Millionen Euro weniger auskommen. Damit stehen ihm noch weniger als zehn Millionen Euro zur Verfügung.

"Das ist natürlich ein Ergebnis der guten Arbeit, weil es auch weniger Arbeitslose im Kreis Plön gibt", sind sich Dr. Wolf-Dieter Schmidtke-Glamann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit in Kiel, und Jobcenterchef Gerhard Kerssen in Plön einig. Doch Kerssen ist gewohnt optimistisch. Der für sein Wissen um nationale und internationale Fördertöpfe bekannte Fachmann will noch stärker auf EU-Mittel schauen und sie für seine Arbeit im Jobcenter gewinnen. Die noch zur Verfügung stehenden Mittel werden in diesem Jahr im ersten Arbeitsmarkt konzentriert, kündigte Kerssen an.

"Der Rückgang der Arbeitslosen ist in Plön deutlich besser als in Kiel", lobte denn auch Schmidtke-Glamann die gute Arbeit von Kerssen und seinem Team. So sei in Plön mit Handwerk und im Hotel- und Gaststättenbereich die "Konjunkturempfindlichkeit" nicht so groß. Die Rahmenbedingungen seien aber auch gut gewesen. Kurzarbeit sei unbürokratisch und schnell gehandhabt worden.

"Die Betriebe im Kreis Plön überlegen sich schon, ob sie Mitarbeiter entlassen", sagte Gerhard Kerssen. Das liege an der guten Bindung der Mitarbeiter, die Kerssen als fast schon familiär bezeichnete. Sie täten sich aber auch bei Einstellungen schwer. Hauptklientel von Kerssen seien Langzeitarbeitslose.

Foto mit Begleittext

 
Bild mit Gerhard Kerssen, Andreas Birth, Dr. Wolf-Dieter Schmidtke-Glamann und Gabriele Grap
Freuten sich über eine positive Entwicklung im Plöner Jobcenter:
(von links) Gerhard Kerssen, Andreas Birth, Dr. Wolf-Dieter Schmidtke-Glamann und Gabriele Grap
Foto: Kuhr, SHZ
 

Die Zahl der steuerfinanzierten Arbeitslosenzahlen im Bereich SGB II sei um 244 Personen (9,4 Prozent) zurückgegangen, die der Bedarfsgemeinschaften um 5,1 Prozent. "Damit haben wir im vergangenen Jahr 217 Familien hilfefrei gestellt", freute sich Kerssen. Insgesamt seien 2650 Menschen finanziell begleitet worden.

Sorgen bereiten Kerssen vor allen Dingen Jugendliche. Im Kreis Plön gebe es von den insgesamt 1.073 jungen Leuten derzeit 160 arbeits- und ausbildungstechnisch unversorgte Jugendliche. Kerssen: "Sie benötigen besondere Hilfe."

Dennoch seien 1.553 Menschen im vergangenen Jahr im Kreis Plön in Arbeit gebracht worden. Im Vorjahr waren es noch 300 weniger. "Wir sind stolz auf diese Zahl", sagte Kerssen und erklärte gemeinsam mit Dr. Wolf-Dieter Schmidtke-Glamann die Krise für überwunden.

Andreas Birth, Leiter der Geschäftsstelle der Bundesagentur für Arbeit in Plön, freute sich über andere Zahlen. So seien von 736 arbeitslos gewordenen Frauen und Männern 139 innerhalb von 100 Tagen wieder in einen Job gekommen. "Allerdings müssen die schnell Vermittelten auch flexibel sein", sagte Birth. Sie müssten oftmals auch weite Wege in Kauf nehmen oder zum neuen Arbeitsplatz ziehen.

Im Kreis Plön waren im Jahresdurchschnitt 3.987 arbeitslose Frauen und Männer gemeldet. Das waren 291 (6,8 Prozent) weniger als im Vorjahr. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit fällt damit größer aus als im Gesamtagenturbezirk. Die Entwicklung in beiden Rechtskreisen verlief im Kreis Plön - anders als im Gesamtbezirk - unterschiedlich: Minus 3,8 Prozent im Bereich des beitragsfinanzierten SGB III und minus 8,6 % im steuerfinanzierten SGB II.

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