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Eine gute Qualifikation für Arbeitslose

Eine neue Chance für Langzeitarbeitslose gibt es in Plön. Dort, wo einst die Abfallwirtschaft zu Hause war, werden jetzt in einem neuen Projekt bis zu 40 Menschen beschäftigt und behutsam auf den Arbeitsmarkt vorbereitet. Im Beisein von acht Betreuern geht es dabei um Garten- und Landschaftsbau, Landwirtschaft, Gastronomie sowie die Instandhaltung von Gebäuden als Hausmeisterhelfer.

"Durch eine umfassende pädagogische Betreuung sollen damit die Voraussetzungen für eine erneute Teilnahme am Berufsleben geschaffen werden", sagte Gerhard Kerssen, Geschäftsführer der Arge im Kreis Plön, gestern vor Journalisten. Immerhin gibt der Bund zusammen 580.000 Euro für das auf zwei Jahre ausgelegte Projekt. Für Kerssen eine Investition, die sich langfristig auszahlen wird. Der Arge-Geschäftsführer verfügt jährlich über einen Etat von 14 Millionen Euro. Davon würden für bis zu 800 Teilnehmern rund 7,3 Millionen Euro im Jahr nur für Maßnahmen ausgegeben. Weitere 2,5 Millionen Euro seien durch erfolgreiche Teilnahmen an Ideenwettbewerben verteilt worden - ein Zeichen für hohe Kreativität auf dem Plöner Arbeitsmarkt.

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Bild von Gerhard Kerssen, Geschäftsführer der Arge
Gerhard Kerssen, Geschäftsführer der Arge Kreis Plön
Foto: Kuhr, SHZ
 

Das Projekt sei in Trägerkooperation mit der Beschäftigungsagentur Neuland, dem Diakonischen Werk des Kirchenkreises sowie der Firma Pro Cell verwirklicht worden. Dabei würden die inhaltlichen Schwerpunkte und Erfahrungen der Träger genutzt. Kooperationspartner ist der Kreis Plön. Er gibt Menschen mit gesundheitlichen Problemen bei "Land in Sicht" in die Betreuung.

Gerhard Kerssen bezeichnete das Projekt noch als "Experiment", das zunächst auf zwei Jahre ausgelegt ist. Doch im Hinblick auf den demografischen Wandel würden immer mehr Arbeitskräfte gefordert. Und darauf bereiteten die Träger die Langzeitarbeitslosen in Tweelhörsten vor. Dabei werde herausgefunden, in welchen Bereichen Menschen Interessen und Fähigkeiten haben. Bei Bedarf könnten weiterführende Fortbildungen angeschlossen werden. Jörg Fürstenau, Leiter des Amtes für Soziales im Kreis Plön, sieht für seine Teilnehmer im Rahmen einer ganzheitlichen pädagogischen Betreuung erste Schritte in Richtung weiterführende Qualifizierungen. Dazu gehörte auch die individuelle Förderung neu entdeckter Fähigkeiten und die Entwicklung realistischer Zukunftsperspektiven.

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Bild von Jörg Fürstenau, Leiter Sozialamt Kreis Plön
Jörg Fürstenau, Leiter Sozialamt Kreis Plön
Foto: Kuhr, SHZ
 

Der gesellschaftspolitische Aspekt und die Würde des Menschen stehen für Propst Matthias Petersen im Vordergrund: "Menschen ohne Chancen auf andere Märkte finden hier wieder eine Hoffnungsperspektive für ihr eigenes Leben." Die Teilnehmer würden durch sinnvolle Arbeit persönlich gestärkt: "Was hier für den Einzelnen gut ist wird positiv in die Gesellschaft ausstrahlen. Menschlichkeit und wirtschaftliche Vernunft müssen nicht auseinander gehen."

Schön wäre es, so Propst Petersen weiter, wenn die in Tweelhörsten erstellen Produkte auch als Leistung der Gruppe öffentlich verkauft würden. Derzeit würden lediglich Vogelnester für Umweltgruppen oder Holzspielzeug gebaut, der Garten angelegt oder ein Grillplatz gebaut. Doch ein Verkauf der Waren ist derzeit noch nicht geplant, sagte Gerhard Kerssen.

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Bild vom Eingangsbereich der Einrichtung
Foto: Kuhr, SHZ
 

Vermieter der mittlerweile von den Teilnehmern des Projektes schmuck hergerichteten Halle, ist die Stadt Plön. Bürgermeister Jens Paustian hält das Projekt für sehr wichtig. Er freut sich, dass das Projekt für eine sinnvolle Verwendung des Geländes sorgt.

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