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Aus für Arge-Standorte in Schönberg und Wankendorf

Plön/Schönberg/Wankendorf - Die sogenannten Präsenzstandorte der Arge in Schönberg und Wankendorf werden geschlossen. Diesen Beschluss fasste am Dienstagabend der Hauptausschuss des Plöner Kreistages in einer nicht öffentlichen Sitzung. Die von der Schließung betroffenen Hartz-IV-Empfänger müssen auf die Standorte Heikendorf und Plön ausweichen, vermutlich bereits im November.

In einer Pressemitteilung kritisiert die SPD-Kreistagsfraktion die mit den Stimmen von CDU, FDP und Wählergemeinschaften gefällte Entscheidung, die zulasten der Hilfebedürftigen gehe. Die Standorte in Schönberg und Wankendorf sollten nun nach über vier Jahren Praxis unter anderem mit der Begründung geschlossen werden, dass sie für die Arge äußerst unwirtschaftlich seien und den Menschen in den Sprechstunden nicht das umfassende Beratungsangebot unterbreitet werden könne wie in den Job-Centern in Lütjenburg, Plön, Preetz und Heikendorf.

"Aus Sicht der SPD-Fraktion hätte diese Erkenntnis im Interesse der Betroffenen viel früher zu einer Optimierung des Dienstleistungsangebots an diesen zwei Standorten führen müssen als nun nach vier Jahren zur Schließung", so der Fraktionsvorsitzende Lutz Schlünsen. Die zu erwartenden Einsparungen im Verwaltungshaushalt der Arge würden eindeutig zulasten der Hilfsbedürftigen aus diesen Regionen gehen.

Für Harald Bleckert, Vorsitzender der neuen Kreistagsfraktion Linksbündnis, bedeuten die Schließungen für mehrere Tausend Hilfsbedürftige weitere finanzielle Härte. "Denn für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel stehen den Hilfsempfängern weniger als 20 Euro monatlich zur Verfügung und auch der Versand von Unterlagen als Post-Einschreiben kostet Geld, das in den Regelsätzen nicht berücksichtigt ist", so Bleckert: "Auch wenn es unumgänglich und notwendig ist, Verwaltungskosten einzusparen, ist es unverantwortlich und unsozial, dies auf dem Rücken und zu Lasten der ärmsten Einwohner des Kreises zu tun."

Stefan Leyk, Vorsitzender des Hauptausschusses und der Trägergesellschaft der ARGE, erklärte auf Nachfrage der KN, dass durch die Schließung an reinen Verwaltungskosten rund 40000 Euro gespart werden könnten, die Auswirkungen auf die Betroffenen bei der Präsenz in Wankendorf mit einem Tag und vier Stunden sowie Schönberg mit zwei Tagen und acht, beziehungsweise vier Stunden jedoch relativ gering seien. "Und dieses Geld soll wieder für Maßnahmen verwendet werden. Wenn man davon noch mehr Leute in Ein-Euro-Jobs vermitteln kann, dann ist den Menschen viel mehr geholfen als mit den unwirtschaftlichen und uneffektiven Präsenzstandorten", so Leyk.

Leyk verwies außerdem darauf, dass die Arge im Kreis Plön verhältnismäßig klein sei: "Wir sind mit den vier Standorten aber sehr großzügig vertreten".

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