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Digitale Bewerbung eröffnet Arbeitssuchenden neue Perspektiven

Plön. "Ein Bild sagt mehr als tausend Worte", betonte Landrat Dr. Volkram Gebel. Welche Wirkung dann eine in sich schlüssige Bewerbung mit einem Video von Arbeitssuchenden hat, lässt sich leicht erahnen. Mit einer Videoberwerbung bekommt der Arbeitgeber prompt einen ersten Eindruck des Bewerbers und seiner Persönlichkeit. In unserem modernen Zeitalter "machen wir nun das, was längst hätte gemacht werden müssen", stellte Dr. Volkram Gebel (stellvertretender Vorsitzender der Trägerversammlung der arge im Kreis Plön) fest. In Zusammenarbeit mit der "arge", die von der Bundesagentur für Arbeit und dem Kreis Plön betrieben wird, und dem Kreis Plön wurde nun ein digitales Jobportal für Unternehmen entwickelt. Am 12. Februar 2008 wurde es erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Unter der Homepage "www.erfahrung-in-arbeit-ploen.de" finden zukünftige Arbeitgeber digitale Profile von Arbeitssuchenden.

Foto mit Begleittext

 
Bild von Teilnehmern
Die Präsentation erfolgte von Oliver Sager, Arbeitssuchender, Ebba Bongartz, Produzentin von "Bongartz & Leineweber GbR", Carolyn Dreesen, Arbeitssuchende, Landrat Dr. Volkram Gebel und Gerhard Kerssen, Geschäftsführer der arge.
 

Ein Klick genügt, schon ist der Arbeitgeber bei seinem Angestellten in spe. Die Profile der Arbeitssuchenden sind übersichtlich in folgende Branchen untergliedert: kaufmännischer Bereich, Handwerk und Sonstiges. Neben den gängigen Bewerber-Profilen gibt es zudem die Möglichkeit einer Schnell-Profilsuche, bei welcher der Arbeitgeber bereits über eine Identifizierungsnummer seines Bewerbers verfügt. Die Bewerber sind in dem Job-Portal nämlich anonym. Neben ihrem Foto, Video und kurzen Daten zur ihrer Person und Persönlichkeit, ihrem Lebenslauf, ihrer Ausbildung, Berufserfahrung, Werdegang und die Vorstellung über ihren neuen Arbeitsplatz, wird der Name verschwiegen. Dafür hat jeder Videobewerber oder jede Videobewerberin eine Nummer zur Identifikation. Über persönliche Ansprechpartner im Job Center der arge in Preetz, Alexandra Babbe, und dem Job Center Lütjenburg, Karl-Heinz Warzecha, wird die Verbindung von Arbeitgeber und Arbeitssuchenden hergestellt. Da die Bewerber in kurzen Videosequenzen zu sehen und zu hören sind und alle Spots einzeln abrufbar sind, können in kürzester Zeit mehrere Bewerbungen miteinader verglichen werden.

Somit ermöglicht das neue Jobportal mit dem Medium Video Menschen nicht nur wieder einen Job zu finden, sondern spart Betrieben viel Zeit mit Bewerbungen. Übrigens ist das Jobportal sowohl für Betriebe als auch Kunden der arge kostenlos. Als erster in Schleswig-Holstein hat die arge im Kreis Plön diese Video-Präsentation von Arbeitssuchenden im Internet eingeführt. Trotz eines anhaltend freundlichen Wirtschaftsklimas stellt die Arbeitslosigkeit vieler Mitbürger immer noch eine große Herausforderung dar. Der Kreis Plön hat gemeinsam mit der Bundesanstalt für Arbeit seit Jahren große Anstrengungen unternommen und neue Wege bestritten, um das Problem der Arbeitslosigkeit weiter einzudämmen. Das Jobportal soll nun als ein Dienstleistungsangebot für Arbeitssuchende und Arbeitgeber möglichst viele Bewerber zurück in den Arbeitsmarkt bringen. Denn anders als die herkömmliche Bewerbung, kann in der digitalen Videobewerbung von Arbeitssuchenden bereits beim ersten Klick der Funke überspringen. In der Masse von Bewerbungsfluten, können sich die Bewerber mit einer digitalen Präsentation überragend von ihren Konkurrenten absetzen. Die Personalchefs haben sofort einen ersten Eindruck des Bewerbers. Sie sehen und hören ihn, können Motorik und Mimik betrachten und erfahren etwas zur Person, Ausbildung, Berufserfahrung und seinem zukünftigen Arbeitsplatzwunsch. "Der persönliche Eindruck ist oft mitentscheidend und häufig die Voraussetzung für weiterführende Gespräche mit den Bewerbern", so Landrat Dr. Volkram Gebel. Vor diesem Hintergrund wurden die Videobewerber professionell von den Produzenten der digitalen Videos, "Bongartz & Leinweber GbR", fit gemacht.

Ebba Bongartz, ehemalige Jouranlistin, führte mit allen Bewerbern ein persönliches Vorgespräch, in dem die jeweilige Biographie aufgearbeitet wurde. Ulrich Leinweber produzierte die Videos und gab noch ein wenig Tipps bei den Aufnahmen. Die Maske sorgte dann mit dem perfekten Bewerbungsoutfit und etwas Schminke für ein musterhaftes Auftreten des Bewerbers.

Anders als angenomen, zählen viele Kunden der arge nicht zu Langzeitarbeitslosen, sondern sind oft nur kurzzeitig arbeitslos und werden meist schnell wieder in den Arbeitsmarkt integriert. Andererseits haben mit der neuen Videopräsentation auch Menschen eine Chance, die länger arbeitslos sind. Doch gerade die werden bei den vielen Bewerbungsunterlagen, die auf eine Stellenausschreibung in den Betrieben folgen, oft wegen ihrer langen Arbeitslosigkeit ausgefiltert und schaffen es meist nicht bis in ein persönliches Vorstellungsgespräch. "Gerade die Kunden der arge haben trotz hoher Motivation und beruflichem Können kaum Gelegenheit, sich in einem Vorstellungsgespräch zu präsentieren, und an dieser Stelle setzt die arge mit den Digitalen Profilen an", erklärt Gerhard Kerssen, Geschäftsführer der ARGE.

Unter den Arbeitssuchenden befinden sich beispielsweise Akademiker, Architekten, Kaufleute, Handwerker, Produktionshelfer und viele Qualifizierte mehr. Seit Januar 2008 stehen bereits 92 digitale Profile von Arbeitssuchenden im Jobportal. Darunter auch das von Carolyn Dreesen. Die 43-jährige verspricht sich viel von ihrem Online-Profil. "Teilweise gibt es in meinem Job 50 bis 60 Bewerber für eine Stelle", weiss sie. "Hier kann ich mit allem vorstellen, was ich bisher gemacht habe und der Personchef erhält gleich einen Eindruck von mir und kann abwägen, ob ich von den Qualifikationen und vom Typ ins Unternehmen passe", so Carolyn Dreesen.

Auch Oliver Sager, 31 Jahre, stellt sich mit einer Videopräsentation vor, um so wieder Arbeit, übrigens auch im Ausland, zu finden. Claus H. Estorff, Autohaus Estorff Plön, ist einer der größten Arbeitgeber in der Stadt und betont die Schwierigkeit, gute Angestellte zu finden, die auch langfristig dem Unternehmen treu bleiben. "Das Risiko für eine Enttäuschung ist bei der digitalen Bewerbung für beide Seiten geringer. Im Vergleich zu einer schriftlichen Bewerbung, bei der man Niemanden vor sich hat, gewinnt man hier gleich einen persönlichen ersten Eindruck", so Estorff.

Verfasser: len

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