Dekoration

Mit Video und Internet zum neuen Job

Für viele Langzeitarbeitslose ist es fast ein tägliches, frustrierendes Ritual: Bewerbungen schreiben, abschicken und einige Tage später kommt häufig die Absage. Einen neuen Weg, sich einem potentiellen Arbeitgeber zu präsentieren, stellte am Dienstag die von der Bundesanstalt für Arbeit und dem Kreis Plön betriebene Arbeitsgemeinschaft, kurz ARGE, in Plön vor.

Foto mit Begleittext

 
Bild Filmaufnahme
In einer Interviewsituation geben die Arbeitssuchenden
Auskunft über Berufserfahrung und dem angestrebten Betätigungsfeld.
Foto: Lütten
 

55 "Kunden" der ARGE bekamen die Möglichkeit, sich mittels einer Videobewerbung auf dem eigens eingerichteten Portal www.erfahrung-in-arbeit-ploen.de zu präsentieren. So sollen zukünftige Arbeitgeber die Möglichkeit bekommen, sich anhand bewegter Bilder schnell und unkompliziert über das Medium Internet einen ersten Eindruck über ihre möglichen neuen Mitarbeiter zu machen. Um die Bewerber möglichst professionell ins rechte Licht zu rücken, wurde die Firma NMB (Neue Medien in der Bildung) aus Kassel engagiert. In einer Interviewsituation geben die Arbeitssuchenden Auskünfte über sich selbst, die absolvierte Ausbildung, Berufserfahrung, das angestrebte Betätigungsfeld und besondere Eigenschaften. Carolyn Dreesen gehört zu den Glücklichen, denen die Möglichkeit für diese Art der Bewerbung gegeben wurde. Sie selbst weiß aus eigener Erfahrung als Chefsekretärin, wie lästig den Personalchefs häufig das Lesen unzähliger Bewerbungen fällt. Sie verspricht sich von diesem neuen Angebot sehr viel, da nach ihren Worten der erste Eindruck besonders wichtig ist.

Foto mit Begleittext

 
Bild Carolyn Dreesen
Carolyn Dreesen erhofft sich mit dem Videoprofil
bessere Chancen auf einen neuen Job.
Foto: Lütten
 

Der gelernte Einzelhandelskaufmann und ehemalige Marktleiter Oliver Sager war zunächst skeptisch, sieht aber inzwischen den Vorteil, sich einem potentiellen Arbeitgeber in Wort und Bild präsentieren zu können. Diese Auffassung konnte der Inhaber des Autohauses Estorff, Claus-Henrick Estorff, nur bestätigen: "Da man normalerweise sehr viel Zeit mit seinen Mitarbeitern verbringt, ist es wichtig, gleich den richtigen Bewerber zu finden. Dieses Medium hilft sehr dabei, sich schnell einen guten Eindruck zu verschaffen."

Foto mit Begleittext

 
Bild Gerhard Kerssen
Gerhard Kerssen machte deutlich,
dass nicht jeder die Möglichkeit für eine Videobewerbung erhält.
Foto: Lütten
 

Der Geschäftsführer der ARGE, Gerhard Kerssen, betonte, dass diese Maßnahme nicht für jeden geeignet sei, "jemand, der dieses Medium nur als Alibi für weitere Unterstützungen nutzen will, hat keine Chance auf ein solches Videoprofil". So wurden zunächst nur solche Kandidaten ausgewählt, die ohnehin mit relativ geringem Aufwand in das Arbeitsleben integriert werden können. Einen ersten Vermittlungserfolg konnte die ARGE bereits vermelden: Eine ALG II-Empfängerin aus dem Kreis Plön hat über eine Videobewerbung wieder eine Arbeit als Bürokraft gefunden.

Verfasser: Michael Lütten

Zurück zum Pressespiegel

 

  Datenschutzhinweis                Copyright / Impressum