Dekoration

Boot macht den Weg frei für den Berufseinstieg

Laboe - Getauft auf den Namen "Sleipnir" (der Gleitende) - der originalgetreue Nachbau des Beibootes eines Wikingerschiffes aus dem 9. Jahrhundert. Gebaut wurde es im Rahmen eines Projektes der Beschäftigungsagentur "Neuland", der ARGE Kreis Plön und der Schiffswerft Laboe. Der Stapellauf in Laboe war auch Anlass für eine positive Bilanz dieses kreisweit einmaligen Programms.

Ein bisschen aufgeregt ist Andreas Ramm, als er mit Ralf Meurer und den anderen das sechseinhalb Meter lange Boot schultert und in der Slipanlage ins Hafenbecken gleiten lässt. Es ist ein tolles Gefühl. Er selbst hat reichlich Anteil an diesem nach traditioneller Bootsbaukunst und Original-Plänen entstandenen Wikingerschiff: Er hat Klampen angeschraubt, genietet und den Kiel gebaut. Zwar ist ihm dem ehemaligen Schweißer von HDW der Bootsbau nicht fremd, doch das hier ist anders". "Hier ist ein viel genaueres Arbeiten gefordert, man hat eine Verbindung zum Boot, berichtet Ramm. Bootsbaumeister Matthias Fricke, in der Schiffswerft Laboe für den praktischen Part des Projektes verantwortlich, blickt nicht ohne Stolz auf das Ergebnis von neun Monaten Arbeit. Schließlich hatte keiner der 20 Beteiligten zuvor etwas mit dem Bootsbau oder dem Werkstoff Holz zu tun. Es hat zwar etwas länger gedauert, aber das Boot schwimmt, sagte Fricke. Ein gutes handwerkliches Geschick bescheinigt er Ramm, für den sich durch dieses Projekt das Leben verändert. Am 1. August beginnt er seine Ausbildung zum Bootsbauer in der Schiffswerft Laboe.

Foto mit Begleittext

 
Bild von der Werft
Foto: Schmidt
Großer Tag: Die "Bootsbauer" lassen in der Schiffwerft Laboe
ihr Wikingerschiff zu Wasser. Entstanden ist das sechseinhalb Meter
lange Holzboot im Rahmen der Arbeitsmarktförderung.
Werftchef Andreas Prey zieht eine positive Bilanz.
 

Damit gehört er zu den 13 Teilnehmern, die in ein Arbeitsverhältnis, eine Umschulung oder Ausbildung eintreten. Eine Quote, die alle Beteiligten als großen Erfolg des Projektes werten. Das Besondere: Die Arbeitslosen werden in einem privatwirtschaftlichen Betrieb in die internen Abläufe integriert, mit den Anforderungen an den beruflichen Alltag konfrontiert. Sie erhalten sowohl eine theoretische als auch eine praktische Ausbildung, können sich so anderweitig auf dem Arbeitsmarkt orientieren. Konzipiert ist das Projekt bis Oktober 2008, bei anhaltendem Erfolg gibt's die Option auf Verlängerung. Denn es profitieren alle Beteiligten, findet auch Werftchef Andreas Prey. Er sieht auch für sich einen wirtschaftlichen Vorteil: Wir hätten die aufgrund der beginnenden Saison anfallende Mehrarbeit in den vergangenen Wochen ohne die Verstärkung kaum leisten können, gesteht der Unternehmer. Entstanden ist im Laufe der neun Monate natürlich nicht nur das Wikingerboot. Im Kunststoffbereich wurden Optimisten und Jollen gebaut und zum Selbstkostenpreis verkauft. Der Erlös fließt wieder ins Projekt. Das Wikingerschiff wird im Yachthafen "Baltic Bay" ausgestellt.

Verfasserin: Astrid Schmidt

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