Dekoration

Keine Spur von Schiffbruch

Laboe - Vier unbefristete Arbeitsplätze, zwei Praktikumstellen, sechs Jollen und drei Optimisten - das ist nach nur fünf Monaten die stolze Bilanz des gemeinsamen Bootsbau-Projekts der Beschäftigungsagentur "Neuland", der Arge Kreis Plön und der Schiffswerft Laboe. Die Arbeiten am Wikingerboot schreiten nur langsam voran. Immer wieder müssen Ole-Larsen Karkowski und Bernd Harbauer eine Planke neu schneiden, Spanten neu zusägen. Doch das eigentliche Ziel dieser für die Teilnehmer auf ein Jahr ausgerichteten Arbeitsförderungsmaßnahme ist bereits jetzt erreicht, nämlich den Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Vier der 18 Männer, die im Oktober vergangenen Jahres in den Arbeitsablauf der Schiffswerft Laboe integriert wurden, haben inzwischen einen unbefristeten Arbeitsplatz, zwei davon in der Werft selbst. Zwei weitere konnten ein Praktikum beginnen. Auf die dadurch frei werdenden Projektplätze rücken andere Interessenten nach, denn laut Manfred Hannappel von "Neuland" ist die Resonanz durchweg positiv. Auch Andreas Prey ist "sehr zufrieden mit der Entwicklung". Die Leute sind fleißig und motiviert, sagt der Werftchef. Das bestätigt auch Bootsbaumeister Matthias Fricke, verantwortlich für die praktische Ausbildung. Die gehört ebenso wie ein theoretischer Teil und die sogenannte Schlüsselqualifikation (Gesprächsführung, Bewerbungstraining) zum Programm.

Bootsbau ist kein einfaches Handwerk. Hier kommt es vor allem auf genaues Arbeiten und absolute Sorgfalt an, erklärt der Ausbilder. Er braucht vor allem Geduld und Einfühlungsvermögen, mehr als in einer herkömmlichen Ausbildung. Denn die Männer haben bereits unterschiedliche Arbeitserfahrungen hinter sich. Ich habe Autolackierer gelernt und bin seit zwei Jahren arbeitslos. Ich lerne hier die Holzbearbeitung und verspreche mir davon gute Chancen auf eine Beschäftigung, sagte Ole-Larsen Karkowski. Wie er haben auch die anderen noch nie ein Boot gebaut, sind Geologe, Fleischer oder Architekt. Wir fangen bei Null an. Im klassischen Holzbootsbau ist ebenso wie im Kunststoffbereich äußerste Sorgfalt von Nöten, der Unterschied besteht nur im Material, so Fricke.

Die Kunststoff-Boote (Jollen und Optimisten) können in der Schiffswerft Laboe zu einem "günstigen Preis" erworben werden. Der Erlös fließt wieder in das Projekt. Das acht Meter lange Wikinger-Boot, nach Originalplänen gebaut, soll nach seiner Schwimmprobe einem gemeinnützigen Zweck zugute kommen und in der Öffentlichkeit ein Stück klassischen Bootsbau dokumentieren. Entstehen soll auch ein modernes Holzboot.

Verfasserin: Astrid Schmidt

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