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Schiffswerft Laboe beschäftigt ein Jahr lang 18 zusätzliche Mitarbeiter für ein neues Projekt

Laboe - Für 18 Männer hat jetzt nach einer langen Arbeitslosigkeit wieder eine 40-Stunden-Woche begonnen - zunächst für ein Jahr. Möglich macht diesen Neustart ein gemeinsames Bootsbau-Projekt der Beschäftigungsagentur Neuland, der ARGE Kreis Plön und der Schiffswerft Laboe. Besonderer Anreiz: Werftchef Andreas Prey stellt am Ende der Maßnahme einen Ausbildungsplatz und einen festen Arbeitsplatz in seinem Betrieb bereit.

Bootsbau ist nicht nur schön. Bootsbau heißt auch Fegen, Schleifen und Tanks reinigen, stimmt Prey die Männer im Alter zwischen Anfang 20 und Mitte 40 auf die vielschichtige Arbeit ein. Gelernt haben sie Verkäufer, Vermessungsingenieur, Architekt, Fleischer oder Landschaftsbauer und eines haben sie gemeinsam: Sie sind arbeitslos und suchen einen neuen Anfang. Ich habe mich schon länger um eine Ausbildung als Bootsbauer bemüht, freut sich Roman Veigel aus Kiel über diese Chance. Gary Mußfeldt aus Lütjenburg restauriert in seiner Freizeit Boote und will hier seine Kenntnisse vertiefen, auf einen festen Arbeitsplatz irgendwann wagt er kaum zu hoffen. Man muss schließlich realistisch bleiben, sagt der 35-Jährige.

Das Projekt ist auf ein Jahr konzipiert, beinhaltet einen praktischen, einen theoretischen und einen Teil so genannte Schlüsselqualifikation (Gesprächsführung, Bewerbungstraining). Denn Ziel der Maßnahme ist der Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt. Die Chancen dafür stehen besser als in einer Ein-Euro-Maßnahme, denn die 18 Arbeitskräfte werden voll integriert in den betrieblichen Ablauf, vom Bootsbau bis hin zum kaufmännischen Bereich. "Wir haben hier ein fundiertes Angebot mit einer qualifizierten Ausbildung, die Teilnehmer sind hoch motiviert und nah dran am Arbeitsmarkt", schätzen Dr. Dagmar Bez von Neuland, und Gabriele Graap von der ARGE ein.

Andreas Prey stellt sein Know how zur Verfügung, hat seine zwei Bootsbaumeister Thomas Schumacher und Matthias Fricke mit der Anleitung und Ausbildung der "Bootsbauer" beauftragt. In zwei Gruppen erhalten die Teilnehmer etwa ein Drittel der Fachtheorie eines Bootsbauers und eine praktische Ausbildung. Eigens dafür wurde eine Acht-Meter-Jolle konstruiert, jede Gruppe wird jeweils ein Boot in Holz und Kunststoff bauen.

In dieses Projekt fließen rund 9000 Euro je Teilnehmer und Jahr, die Männer selbst erhalten im Gegensatz zum Ein-Euro-Job kein Geld zusätzlich zu ihrem Arbeitslosengeld II. Doch diese Ausbildung, so sehen es die meisten von ihnen, verschafft ihnen gute Chancen. Auch Prey sieht Chancen in diesem für ihn neuartigen Projekt: Zum einen werde der klassische Bootsbau in der Schiffswerft wieder belebt und vielleicht könne man so qualifizierte Mitarbeiter gewinnen.

Verfasserin: Astrid Schmidt

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