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Ein Scout für alle Fälle: Preetz setzt "Stadt-Ranger" ein

Preetz - Mit so manchem Ärgernis könnte es schon in naher Zukunft - zumindest zu einem großen Teil - vorbei sein. Denn drei Männer im Alter zwischen 27 und 44 Jahren haben ab sofort ein Auge auf all jenes, was anderer bisher nicht oder nur zu selten sah: Die Stadt Preetz setzt jetzt City-Scouts ein. Ein City-Scout ist eine Art "Schnittstelle" zwischen Polizei, Stadt und Bürger.

Bedeutet: Ausgerüstet mit Fotoapparat und Handy sowie der Befugnis im Fall einer Ordnungswidrigkeit aktiv werden zu dürfen, könnten diese "Stadt-Ranger" dem einen oder anderen das "Lotterleben" etwas unbequemer machen. Zum Beispiel dürfen sie diejenigen ansprechen, die in der Fußgängerzone nach wie vor unerlaubterweise Fahrrad fahren, erläutert der Preetzer Bürgermeister Wolfgang Schneider die Aufgaben der Scoutsy. Das soll zwar ausdrücklich auf "nette Art" geschehen, ändert aber nichts an der Tatsache, dass es beispielsweise heißt: Bitte runter vom Rad da, wo radeln verboten ist.

Auch wer dabei entdeckt wird, die Hinterlassenschaften seines Hundes nicht zu entfernen, wird angesprochen, so der Bürgermeister. Illegale Müllentsorgung? Graffiti-Sprayer? Falschparker auf dem Markt? Achtung: City-Scout. In Fällen wie diesen und auch bei Schlägereien und schwereren Delikten, die das Einschreiten der Polizei erfordern, nehmen die City-Scouts sofort Kontakt mit uns und/oder der Polizei auf. Um Beweise zu sichern, halten die Männer eine Kamera parat - keineswegs Fäuste. Der City-Scout ist eine fantastische Sache, betont Schneider - zumal die Stadt keinen Cent dazu bezahlt. Die Scouts laufen nämlich unter dem Oberbegriff "Ein-Euro-Job" und damit werden sie voll von der Agentur "Neuland" und der "Arge im Kreis Plön" finanziert.

Das Projekt läuft erst einmal bis zum Ende des Jahres und dann sehen wir weiter, sagt Schneider, bevor er ergänzt: Die Stadt wird die Männer zwar im Anschluss an die Maßnahme definitiv nicht als reguläre "City-Scouts" einstellen. Sie können an die sechs Monate aber eine Umschulung zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit anschließen.Jeder hat etwas davon, findet auch City-Scout Michael Duggen, der wie seine beiden Kollegen keine Konkurrenz zur Polizei oder den städtischen Angestellten darstellt, sondern eine sinnvolle Ergänzung, weil wir nicht überall präsent sein können, wie Schneider betont.

Mit blauer Jacke plus städtischem Emblem, passender Hose, T-Shirt und Käppi sind die Männer für jeden deutlich kenntlich gemacht. So gewandet wandern sie von nun an täglich durch die Straßen von Preetz - und zwar insgesamt 90 Stunden in der Woche. Wobei eine vierte Stelle noch besetzt werden soll. Schneider: Auf diese Art entgeht den Scouts wenig - vom verwachsenen Straßenschild, über ausbesserungswürdige Gehwege bis hin zum möglichen Vandalismus im Freibad. Für die Bürger könnte diese Serviceleistung der Stadt eine deutliche Erhöhung des Sicherheitsgefühls bedeuten, vermutet der Bürgermeister. Der setzt schließlich darauf, dass die Stadt attraktiver wird und ihre touristischen Potenziale besser zur Geltung kommen.

Verfasser: asc

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