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Hartz IV: Arbeit normalisiert sich

Plön/Preetz - Das meiste ist geschafft. Die Arbeit beginnt sich zu normalisieren. Und: Die 67 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der "arge" im Kreis Plön, die seit Januar die Langzeitarbeitslosen betreuen, haben sich weit übers normale Maß hinaus engagiert, um "Hartz IV" trotz widriger Rahmenbedingungen zum Laufen zu bringen. So lässt sich die Botschaft zusammenfassen, die gestern Landrat Volkram Gebel und arge-Chef Gerhard Kerssen vor der Presse zu Protokoll gaben. Vorausgegangen war eine kleine Rundreise in die arge-Geschäftsstellen Plön, Lütjenburg, Heikendorf und Preetz, wo sich Gebel ein Bild von den Räumen und der Arbeit machen konnte.

Die Phänomene, die in der bundesweiten Presse grassieren, bilden sich in Teilen auch im Kreis Plön ab. Fakt ist, dass nach den Schätzungen aus Berlin eigentlich 3300 Bedarfsgemeinschaften mit rund 4000 Personen im Kreis Plön angenommen wurden. Nach den jüngsten Zahlen sind es 4500 Bedarfsgemeinschaften mit 7500 Personen.

Das sind Tatsachen, die auch den Haushalt des Kreises berühren, weil der an der Finanzierung des Lebensunterhalts der Betroffenen beteiligt ist. Die möglichen Folgen für die Gemeinden im Kreis Plön skizzierte Gebel mit diesen Worten: Die Erhöhung der Kreisumlage sei nötig; und: Sieben Prozentpunkte reichen nicht, um das Defizit des Kreises zu decken. Bei der bisherigen (umstrittenen) Haushaltsplanung für die Kreisverwaltung war Gebel immer von einer Anhebung der Kreisumlage von sieben Punkten ausgegangen. Ein weiteres Problem der hohen Zahlen: Der Mitarbeiter-Schlüssel (ein Berater auf 75 Jugendliche, ein Berater auf 150 Erwachsene) kann nicht gehalten werden.

Gerhard Kerssen wusste gestern aber auch von ersten Erfolgen der Vermittlungsarbeit zu berichten. Immerhin seien bereits 30 Langzeitarbeitslose in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt worden - in konjunkturell schwierigen Zeiten.

Gebel und Kerssen begrüßten noch einmal ausdrücklich die Möglichkeit, Menschen mit den so genannten Ein-Euro-Jobs im zweiten Arbeitsmarkt zu beschäftigen, solange der erste Arbeitsmarkt nicht genügend Arbeit hergebe. Grund: Den Betroffenen werde das Gefühl gegeben, dass sie gebraucht werden, dass sie etwas können. Vor diesem Hintergrund bekundete Gebel auch Sympathien dafür, die Dannauer Werkstätten weiterlaufen zu lassen, weil dort langjähriges Know-how in der Qualifikation und Vermittlung von Arbeitslosen verfügbar sei.

Ein Thema, das vor wenigen Tagen bundesweit Schlagzeilen machte, ist übrigens auch am Kreis Plön nicht völlig vorbeigegangen. Unter den Empfängern von Arbeitslosengeld II befinden sich auch hier einige Betroffene, die für den Arbeitsmarkt gar nicht zur Verfügung stehen. Aber, so hieß es gestern, dies seien nur Einzelfälle, die im Eifer der ersten sehr anstrengenden Wochen durchgerutscht seien.

Verfasser: Norbert Zimmer

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