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Viele offene Fragen zum Arbeitslosengeld II

Plön/Preetz - Das meiste ist geschafft. Die Arbeit beginnt sich zu normalisieren. Und: Die 67 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der "arge" im Kreis Plön, die seit Januar die Langzeitarbeitslosen betreuen, haben sich weit übers normale Maß hinaus engagiert, um "Hartz IV" trotz widriger Rahmenbedingungen zum Laufen zu bringen. So lässt sich die Botschaft zusammenfassen, die gestern Landrat Volkram Gebel und arge-Chef Gerhard Kerssen vor der Presse zu Protokoll gaben. Vorausgegangen war eine kleine Rundreise in die arge-Geschäftsstellen Plön, Lütjenburg, Heikendorf und Preetz, wo sich Gebel ein Bild von den Räumen und der Arbeit machen konnte.

Das war zunächst die Hauptsache: Dafür zu sorgen, dass die Menschen rechtzeitig ihr Geld erhalten, betonte Gerhard Kerssen. Jetzt gelte es, sich den internen Abläufen in der ARGE und in den vier Job-Centern in Plön, Preetz, Lütjenburg und Heikendorf zu widmen. In den Arbeitsgemeinschaften entstehen ganz neue Strukturen vor dem Hintergrund neuer gesetzlicher Regelungen, sagte Kerssen. Da jeder Kreis bei der Organisation der Arbeitsgemeinschaft SBG II auf sich selbst gestellt ist, wird es unterschiedliche Modelle geben.

Dass man im Kreis Plön auf einem guten Weg sei, davon ist Gerhard Kerssen überzeugt: Wir werden sicher nicht zu dem Arbeitsgemeinschaften gehören, die wenig Erfolg haben. Am vergangenen Mittwoch öffneten die Job-Center nach einer zweitägigen Umzugs- und Einweisungsphase zum ersten Mal ihre Türen. Noch muss an den Standorten unter recht provisorischen Bedingungen gearbeitet werden - ein Ergebnis des enormen Zeitdrucks, unter dem der Aufbau der ARGE vonstatten gehen musste. Konkret bedeutet dies, dass den Mitarbeitern im Plöner Job-Center für die Betreuung der ALG II-Empfänger weder Festnetzanschlüsse noch EDV-Anlagen zur Verfügung stehen. Vor Ende Januar sei nicht damit zu rechnen, dass die Telekom die erforderlichen Datenleitungen einrichten könnte, sagte Gerhard Kerssen. Für Telefonate ist ein einziges Handy vorhanden, zur Dateneingabe müssen die Mitarbeiter in die Geschäftsstelle der Agentur für Arbeit in der Lütjenburger Straße fahren.

Ähnlich wie in Plön sieht es an den anderen Standorten aus. In Heikendorf ist man in der glücklichen Lage, zwei Festnetzanschlüsse des Rathauses nutzen zu können. Schon vor der offiziellen Öffnung der Job-Center am 5. Januar hätte es viele Fragen zum ALG II gegeben. In Plön konnte den Ratsuchenden größtenteils in der Arbeitsagentur in der Lütjenburger Straße weitergeholfen werden. In Lütjenburg standen schon am Montag mehrere Personen vor der Tür. Die Mitarbeiter haben dann spontan geöffnet, obwohl noch nicht einmal Tische und Stühle vorhanden waren, berichtete Gabriele Graap, stellvertretende Geschäftsführerin der ARGE. Trotz dieser schwierigen Arbeitsbedingungen hätte es vom Publikum bisher keine Beschwerden gegeben, hieß es am vergangenen Donnerstag.

Insgesamt hätten sich am ersten regulären Arbeitstag rund 120 Personen in den Job-Centern beraten lassen. Das Publikumsaufkommen war hoch, die Anfragen konnten aber zügig bearbeitet werden, resümierte Gerhard Kerssen. Am häufigsten wurden Fragen zum Leistungsbescheid gestellt, speziell zur Höhe der Leistungen. Andere fragten, wie groß die Wohnung eines ALG II-Empfängers sein und wie viel sie kosten darf. Außerdem ging es um Weiterbildungen und Umschulungen oder generell darum, wer jetzt der zuständige Ansprechpartner ist, berichteten die ARGE-Mitarbeiter Doreen Schawe und Stefan Kutz. Gewundert habe es ihn nicht, dass bei seinen Klienten einige Fragen aufgetaucht seien, räumte Stefan Kutz ein, der vor seiner Tätigkeit in der ARGE in der Wohngeldstelle des Amtes Probstei tätig war: Die Bescheide sind kompliziert und schwer zu verstehen. Obwohl die Umstände, unter denen jetzt noch gearbeitet werden muss, schwierig sind, sind alle Mitarbeiter hoch motiviert und meistern die Situation mit Spontanität, Ideenreichtum und Organisationstalent, lobte Gerhard Kerssen das ARGE-Team, zu dem rund 70 Mitarbeiter gehören.

Verfasserin: ct

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