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Noch viele Fragen zu Hartz IV

Lütjenburg - Hartz IV - ein Thema, viele Meinungen und eine in der Öffentlichkeit zumeist emotional geführte Diskussion: Über Chancen und Risiken der Arbeitsmarktreform wurde am Dienstagabend im Lütjenburger Soldatenheim auf Einladung des SPD-Kreisverbandes Plön zum Teil lebhaft diskutiert. Dabei zeigte sich einmal mehr, dass noch jede Menge Klärungsbedarf besteht, was die Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe betrifft.

Hartz IV ist ein sehr belastetes Thema. Deshalb ist Aufklärung wichtig, hatte Sozialministerin Gitta Trauernicht eingangs der von den beiden Landtagsabgeordneten Ursula Kähler, Hennig Höppner und SPD-Landtagskandidatin Anette Langner moderierten Podiumsdiskussion denn auch betont. Hartz IV sei zwar kein Versprechen auf einen neuen Arbeitsplatz. Die individuellen Fördermöglichkeiten würden aber auf jeden Fall stärker in den Mittelpunkt rücken, so die Ministerin, die zusammen mit dem Geschäftsstellenleiter der Agentur für Arbeit, Gerhard Kerssen, die Fragen aus dem Kreis der etwa 40 Zuhörer beantwortete.

Ob die Ein-Euro-Jobs, wollte etwa eine im Pflegedienst beschäftigte Zuhörerin wissen, nicht zu Lohn-Dumping führe und künftig immer mehr Vollzeitarbeitsplätze wegfallen würden. Dazu kam ein klares Nein von Gitta Trauernicht. Gerade der Pflegebereich sei ein wachsender Arbeitsmarkt, für den ein regelrechter Boom in den nächsten Jahren vorhergesagt werde. Hier sehe ich deshalb sehr viele Chancen und Perspektiven zum Beispiel für neue mobile Betreuungs- und Servicedienste. Die Ein-Euro-Jobs seien als Brücke in den ersten Arbeitsmarkt gedacht und würden keineswegs - diese Befürchtung wurde in der Lütjenburger Diskussion häufiger geäußert - die Existenz bestehender Betriebe gefährden. Dies ist gesetzlich ausgeschlossen, erklärte die Sozialministerin. Im Ministerium sei ein umfassender Katalog mit genau definierten Ein-Euro-Jobs (sinnvolle Beschäftigung) erarbeitet worden als eine Art Leitfaden für die Arbeitsagenturen.

Laut Auskunft von Gerhard Kerssen ist man im Kreis Plön für den Start von Hartz IV im Januar 2005 gut gerüstet. Vorerst 60 Mitarbeiter der kürzlich gegründeten Arbeitsgemeinschaft Arge werde an den vier Standorten Plön, Preetz, Heikendorf und Lütjenburg die Leistungsempfänger betreuen.

Verfasser: uhl

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